Am Institut für Kirche und Gesellschaft der ev. Kirche von Westfalen findet am 5./6. Oktober eine Tagung mit dem Titel „Wenn das Leben schwer wird – Ethische Orientierung zu assistiertem Suizid und gesellschaftlicher Isolation“ statt.
Die Tagung kann auch online mitverfolgt werden, die Kosten dafür betragen 35 Euro.
Schwerpunkt der zweitägigen Veranstaltung ist der Assistierte Suizid mit Fokus auf die drängende gesellschaftliche Herausforderung der Vereinzelung, Vereinsamung und Isolation von Menschen.
Im Springer Verlag ist ein neues Buch zur Verantwortung und Rolle der Pflegefachpersonen im Zusammenhang mit dem Thema Suizid erschienen. Die Herausgeberinnen möchten mit dem Sammelband:
einen Überblick über die theoretischen Grundlagen und aktuellen Entwicklungen zum Thema Suizidprävention geben
das Bewusstsein für die Verantwortung der Pflege in Bezug auf die Suizidprävention stärken
Orientierung für die Pflegepraxis im Umgang mit Suizidwünschen geben
HIER geht es zur Seite des Verlags mit weiteren Informationen.
Bettina Schöne-Seifert, em. Professorin für Medizinethik an der Universität Münster, hat ein neues Buch herausgegeben: Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik. Die Autorin beleuchtet zentrale Streitfragen, die Einrichtungen des Gesundheitswesens heute konkret betreffen. In zwölf pointierten Kapiteln behandelt die Autorin Themen wie Suizidhilfe, Organspende, Demenzverfügungen, Optimierungsmedizin oder den Einsatz Künstlicher Intelligenz – stets mit Blick auf die praktischen und normativen Herausforderungen im klinischen Alltag.
Kurze Fallgeschichten führen jeweils in lebensnahe Dilemmata ein. Darauf folgen fundierte Analysen der ethischen Argumente und eine transparente Darstellung konkurrierender Positionen. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Fragen nach Selbstbestimmung, Fürsorge, Verantwortung und den Grenzen medizinischen Handelns. Schöne-Seifert verbindet philosophische Klarheit mit medizinischer Expertise und bezieht zugleich eigene, gut begründete Positionen. Das Buch bietet damit eine fundierte und zugleich gut zugängliche Grundlage für ethische Reflexion in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Ethikkomitees und Leitungsteams.
Eine anregende Lektüre für alle, die ethische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen verantwortungsvoll mitgestalten möchten. Das Buch hat 352 Seiten und kostet 28,00 Euro.
In stationären Pflegeeinrichtungen und Hospizen stellen Pflegekräfte die größte Berufsgruppe – und Pflegekräfte sind es auch, die den meisten Kontakt mit Patienten/-innen und Bewohnern/-innen haben. Durch die Konfrontation mit Wünschen nach Suizidassistenz befürchten viele Pflegekräfte eine massive Überforderung. Zwei Studien aus Deutschland und Österreich liefern dazu nun aktuelle Zahlen. Für Deutschland wurden in der Studie des Fachjournals „Healthcare“ 558 Mitarbeitende in 32 Hospizen befragt. 4 von 10 befragten Personen lehnen eine eigene Beteiligung an der Suizidassistenz aus persönlichen Gründen ab, allerdings befürworteten auch 7 von 10 befragten die grundsätzliche Option des ärztlich assistierten Suizids. Jeweils 1/3 der Befragten erwartet infolge der Auseinandersetzung mit dem Thema eine starke emotionale Belastung sowie eine deutliche Ausweitung des Arbeitspensums.
In Österreich wurden für das Fachjournal „International Journal of Environmental Research an Public Health“ 145 Pflegekräfte aus Palliativ- und Hospizeinrichtungen befragt. Seit 2022 gilt in der Alpenrepublik das „Sterbeverfügungsgesetz„. Die größte Herausforderung sehen die Befragten darin, dass sie zu wenig auf derlei Anfragen vorbereitet seien. Nur ein Viertel der Befragten gab an, entsprechend qualifiziert zu sein. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich 6 von 10 Befragten in die Überlegungen zur Suizidassistenz seitens der Pflegebedürftigen gar nicht eingebunden sehen.
LINK zur Studie für Deutschland LINK zur Studie für Österreich
Der Podcast „Lebensmüde?! Gespräche über Suizid und Todeswünsche“ widmet sich in acht Folgen diesem gesellschaftlichen Tabu-Thema. Zu Wort kommen Experten/-innen aus unterschiedlichen Fachbereichen, darunter auch Fachleute aus der Ethik. Geliefert werden Fakten und Hintergründe (übrigens: In Deutschland sterben jährlich mehr Menschen durch Suizid als durch Unfälle im Straßenverkehr, Mord und Totschlag sowie illegale Drogen zusammengerechnet). Erfahrungsberichte, praktische Hilfestellungen und Interviews gehören ebenso dazu. Hinter dem Podcast steht das in Frankfurt ansässige „Würdezentrum“ (Preisträger des hessischen Gründerpreises), Gastgeber im Podcast-Format sind Philipp Martens (exam. Altenpfleger, Bachelor- und Masterstudium Pflege- und Gesundheitsmanagement) und Dr. Oliver Dodt (u.a. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie).