Am Institut für Kirche und Gesellschaft der ev. Kirche von Westfalen findet am 5./6. Oktober eine Tagung mit dem Titel „Wenn das Leben schwer wird – Ethische Orientierung zu assistiertem Suizid und gesellschaftlicher Isolation“ statt.
Die Tagung kann auch online mitverfolgt werden, die Kosten dafür betragen 35 Euro.
Schwerpunkt der zweitägigen Veranstaltung ist der Assistierte Suizid mit Fokus auf die drängende gesellschaftliche Herausforderung der Vereinzelung, Vereinsamung und Isolation von Menschen.
Am 8. Oktober 2026 um 18.30 Uhr: Die KEB Osnabrück bietet in Kooperation mit dem Bistum Osnabrück, dem Bistum Rottenburg Stuttgart, der KEB Tübingen und der Eugen-Biser-Stiftung ein 2,5-stündiges Online Seminar zu Religionssensibler Pflege und Seelsorge an. Ein Schwerpunkt liegt auf den Bedürfnissen von Muslimen.
Zielgruppe sind Pflegekräfte, Seelsorgende, Hospizbegleiter*innen und Interessierte.
Advance Care Planning (ACP) – in Deutschland oft als „Behandlung im Voraus planen“ (BVP) bezeichnet – ist ein strukturierter Gesprächs- und Planungsprozess. Er soll Menschen dabei helfen, ihre Wünsche für zukünftige medizinische Behandlungen und Pflege festzulegen, besonders für Situationen, in denen sie nicht mehr selbst entscheiden können.
Ein Symposium des Zentrums für Gesundheitsethik (ZfG) Hannover betrachtet das Thema aus ethischer Perspektive.
Welche Formen des ACP gibt es?
Was sind Chancen und Grenzen der Anwendung?
Was ist für die zukünftige Implementierung von ACP zu beachten?
Die Veranstaltung ist besonders empfehlenswert für Verantwortliche in Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe.
An der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Institut für Pflege wurde ein Online-Kurs zum Thema Sterbefasten/Freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken erstellt, der kostenlosund zeitlich unabhängig absolviert werden kann. Der Kurs richtetet sich an Gesundheitsfachpersonen sowie an Laien im gesamten deutschsprachigen Raum. Es werden physische und psychische Dimension des Sterbefastens sowie auch ethische und rechtliche Aspekte ausführlich behandelt.
Für die Bearbeitung werden ca. 12 Zeitstunden veranschlagt. HIER geht es zum Kurs.
Der 3. Länderübergreifende Pflegeethik-Kongress (Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg) hat unter dem Motto „Ethik in der Pflege: Verantwortung – Haltung – Dialog“ vom 25.-27.02.2026 an der Universitätsmedizin Göttingen stattgefunden. Der Kongress wurde von der Ethikkommission für Berufe in der Pflege Niedersachsen gemeinsam mit dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen, der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) – der Fachgesellschaft für ethische Fragen im Gesundheitswesen –, sowie mit dem Pflege- und Pflegefunktionsdienst der Universitätsmedizin Göttingen ausgerichtet.
Um die Themen und Beiträge des Kongresses der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind auf der Kongresswebsite ab sofort Podcasts, Vorträge und eine Fotogalerie abrufbar.
Das Bistum Osnabrück hat eine Broschüre zu religionssensibler Pflege – Bedürfnisse aus muslimischer Sicht herausgegeben.
Ethische Herausforderungen ergeben sich nicht selten durch kulturelle Unterschiede, die wechselseitig nicht bekannt sind. Das Krankenhaus ist ein zentraler Ort gesellschaftlicher Vielfalt, an dem Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen und biografischen Hintergründen aufeinandertreffen. Insbesondere in Krankheitssituationen gewinnen religiöse und weltanschauliche Überzeugungen für viele Patientinnen und Angehörige an Bedeutung. Ein professioneller, sensibler Umgang mit religiöser Vielfalt ist daher eine wesentliche Voraussetzung für eine patientenorientierte und kultursensible Begleitung im klinischen Alltag.
Bettina Schöne-Seifert, em. Professorin für Medizinethik an der Universität Münster, hat ein neues Buch herausgegeben: Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik. Die Autorin beleuchtet zentrale Streitfragen, die Einrichtungen des Gesundheitswesens heute konkret betreffen. In zwölf pointierten Kapiteln behandelt die Autorin Themen wie Suizidhilfe, Organspende, Demenzverfügungen, Optimierungsmedizin oder den Einsatz Künstlicher Intelligenz – stets mit Blick auf die praktischen und normativen Herausforderungen im klinischen Alltag.
Kurze Fallgeschichten führen jeweils in lebensnahe Dilemmata ein. Darauf folgen fundierte Analysen der ethischen Argumente und eine transparente Darstellung konkurrierender Positionen. Im Mittelpunkt stehen grundlegende Fragen nach Selbstbestimmung, Fürsorge, Verantwortung und den Grenzen medizinischen Handelns. Schöne-Seifert verbindet philosophische Klarheit mit medizinischer Expertise und bezieht zugleich eigene, gut begründete Positionen. Das Buch bietet damit eine fundierte und zugleich gut zugängliche Grundlage für ethische Reflexion in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Ethikkomitees und Leitungsteams.
Eine anregende Lektüre für alle, die ethische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen verantwortungsvoll mitgestalten möchten. Das Buch hat 352 Seiten und kostet 28,00 Euro.
Die Medizinethik-Professoren Jan Schildmann (Halle) und Georg Marckmann haben ein neues Buch veröffentlicht, das sich im Schwerpunkt mit methodischen Aspekten der Ethik Fallberatung beschäftigt.
Ethikberatung bietet Unterstützung bei ethischen Fragen, Konflikten oder Unsicherheiten in der Patientenversorgung. Dieses Handbuch präsentiert den aktuellen Stand von Organisationsformen und Arbeitsfeldern der Ethikberatung sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Betreuung von Patientinnen und Patienten. Zudem führt das Buch – in dieser Form erstmals – detailliert in die Methode der prinzipienorientierten ethischen Falldiskussion ein. Die Anwendung der Methode wird anhand typischer Entscheidungssituationen aus unterschiedlichen Versorgungsbereichen erläutert. Dabei werden auch aktuelle Herausforderungen wie beispielsweise die Ethikberatung bei Anfragen nach Suizidassistenz erörtert. Kapitel zu organisationsethischer Beratung, rechtlichen Fragen der Ethikberatung sowie zur Evaluation und Qualitätssicherung vervollständigen das Praxishandbuch. (Quelle: Kohlhammer-Verlag).
Die Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin findet vom 10.- 12. September 2026 in Oldenburg statt. Ethik-Aktive in Gesundheitseinrichtungen wissen um die hochkarätigen und vielfältigen Angebote im Rahmen der Tagung. Doch auch für Ethik-„Neulinge“ lohnt es sich, einmal vorbeizuschauen – denn diese Veranstaltung zeigt wie kaum eine andere die verschiedensten Facetten der Ethik im Gesundheitswesen.
Das Programm und Details veröffentlicht die AEM HIER. Der Titel der Tagung lautet dieses Mal: „Medizin und Zeit“, unter anderem werden folgende Aspekte betrachtet:
Ethische Bedeutung zeitlicher Aspekte in Medizin und Pflege: z. B. Zeitstruktur gesundheitsrelevanter Prozesse wie Erkrankung, Genesung, Fortpflanzung, Altern, Sterben; subjektive Zeiterfahrung, etwa bei psychischen Erkrankungen, chronischem Schmerz oder begrenzter Lebenserwartung; Abwägungen von Lebenszeit und Lebensqualität, z. B. bei geriatrischen Behandlungen, Entscheidungen am Lebensende, Zeitdruck und Zeitknappheit im klinischen Alltag und Auswirkungen auf die Versorgungs- und Lebensqualität; spezifische zeitliche Dynamiken in Notfall-, Intensiv-, Transplantations- oder Palliativversorgung.
Einfluss medizinischer und pflegerischer Praktiken auf Zeiterfahrung und -gestaltung: z. B. Bedeutung von Prädiktion, Prävention und Vorausplanung für gesundheitliche Eigenverantwortung; Auswirkungen von Diagnosen, Therapien und Prognosen auf subjektives Zeiterleben und Lebensqualität (z. B. Langzeitüberleben nach Krebs); zeitliche Implikationen gesundheitlicher Vorausverfügungen; Status zukünftiger Personen im Kontext von Reproduktionsmedizin, Genomeditierung oder Embryonenforschung.
Stellenwert kollektiver Zeitdimensionen in Medizin und Gesundheitsversorgung: z. B. historische Gerechtigkeit mit Blick auf medizinische Forschung und Praxis in Kolonialismus oder Nationalsozialismus; intergenerationelle Verpflichtungen, etwa im Rahmen der familialen Pflege, der öffentlichen Gesundheitsfürsorge (z. B. Infektionsschutzmaßnahmen in der Pandemie) oder der Verteilung medizinischer Ressourcen zwischen Altersgruppen (z. B. Priorisierung von Kindern und Jugendlichen, Altersrationierung); Verantwortung für die Zukunft angesichts medizinisch-technischer sowie ökologischer Entwicklungen (z.B. Klimawandel)
„Recht ist geronnene Ethik“. Dieses Zitat stammt von Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien und Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin (IGEM) an der Technischen Universität München (TUM). Während der Corona-Pandemie hatte sie die Aufgabe, der Allgemeinheit zu erklären, wie ethische Entscheidungsfindung funktioniert. Im täglichen Sprachgebrauch werden bereits die Begriffe „Ethik“ und „Moral“ fälschlicherweise synonym verwendet. ebenso häufig unklar ist, in welchem Verhältnis das Recht zu Moral und Ethik steht. Die Universitätsmedizin Göttingen hat das im Rahmen ihrer Videoreihe „Ethik einfach erklärt“ veranschaulicht. HIER geht es zur Übersicht aller Videos aus der Reihe.