„Medizin und Zeit“: AEM Jahrestagung

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Die Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin findet vom 10.- 12. September 2026 in Oldenburg statt. Ethik-Aktive in Gesundheitseinrichtungen wissen um die hochkarätigen und vielfältigen Angebote im Rahmen der Tagung. Doch auch für Ethik-„Neulinge“ lohnt es sich, einmal vorbeizuschauen – denn diese Veranstaltung zeigt wie kaum eine andere die verschiedensten Facetten der Ethik im Gesundheitswesen.

Das Programm und Details veröffentlicht die AEM HIER.
Der Titel der Tagung lautet dieses Mal: „Medizin und Zeit“, unter anderem werden folgende Aspekte betrachtet:

  • Ethische Bedeutung zeitlicher Aspekte in Medizin und Pflege: z. B. Zeitstruktur gesundheitsrelevanter Prozesse wie Erkrankung, Genesung, Fortpflanzung, Altern, Sterben; subjektive Zeiterfahrung, etwa bei psychischen Erkrankungen, chronischem Schmerz oder begrenzter Lebenserwartung; Abwägungen von Lebenszeit und Lebensqualität, z. B. bei geriatrischen Behandlungen, Entscheidungen am Lebensende, Zeitdruck und Zeitknappheit im klinischen Alltag und Auswirkungen auf die Versorgungs- und Lebensqualität; spezifische zeitliche Dynamiken in Notfall-, Intensiv-, Transplantations- oder Palliativversorgung.
  • Einfluss medizinischer und pflegerischer Praktiken auf Zeiterfahrung und -gestaltung: z. B. Bedeutung von Prädiktion, Prävention und Vorausplanung für gesundheitliche Eigenverantwortung; Auswirkungen von Diagnosen, Therapien und Prognosen auf subjektives Zeiterleben und Lebensqualität (z. B. Langzeitüberleben nach Krebs); zeitliche Implikationen gesundheitlicher Vorausverfügungen; Status zukünftiger Personen im Kontext von Reproduktionsmedizin, Genomeditierung oder Embryonenforschung.
  • Stellenwert kollektiver Zeitdimensionen in Medizin und Gesundheitsversorgung: z. B. historische Gerechtigkeit mit Blick auf medizinische Forschung und Praxis in Kolonialismus oder Nationalsozialismus; intergenerationelle Verpflichtungen, etwa im Rahmen der familialen Pflege, der öffentlichen Gesundheitsfürsorge (z. B. Infektionsschutzmaßnahmen in der Pandemie) oder der Verteilung medizinischer Ressourcen zwischen Altersgruppen (z. B. Priorisierung von Kindern und Jugendlichen, Altersrationierung); Verantwortung für die Zukunft  angesichts medizinisch-technischer sowie ökologischer Entwicklungen (z.B. Klimawandel)